Veranstaltungen

22. Anlegersymposium

Ein Blick in die Zukunft

11. Mai 2023, 19.00 Uhr - Auditorium der EURAC Bozen

Referenten

  • Prof. Dr. Eberhard Sandschneider
  • Prof. Dr. Ulrich Reinhardt

 

Wir erleben nicht nur eine Zeitenwende, sondern einen epochalen Umbruch. Unternehmen müssen sich künftig systematisch mit dem Management geopolitischer Risiken auseinandersetzen und Anpassungsstrategien entwickeln. Die Vergangenheit war nicht besser als die Gegenwart und die Zukunft wird gut sein. Dies war der Tenor des 22. Anlegersymposiums, zu dem der Raiffeisen InvestmentClub unter dem Motto „“Ein Blick in die Zukunft“ in die Eurac in Bozen eingeladen hatte. Mit Politikwissenschaftler Prof. Dr. Eberhard Sandschneider und Zukunftsforscher Prof. Dr. Ulrich Reinhardt, durfte InvestmentClub-Obmann Gernot Häufler zwei ausgewiesene Kenner der internationalen Politszene bzw. der möglichen zukünftigen Entwicklungen begrüßen.

„Die Zeiten ändern sich und wir uns in ihnen“

(Tempora mutantur, nos et mutamur in illis)

Welche Auswirkungen haben die vielen Krisen und geopolitischen Machtverschiebungen auf die Wirtschaft? Was erwartet uns in der Zukunft und wie wollen wir leben? Diese Fragen wurden beim Anlegersymposium des Raiffeisen InvestmentClubs am 11. Mai in der EURAC in Bozen erörtert. Mit rund 300 Teilnehmer*innen war die Veranstaltung ein großer Erfolg.

Die Welt ist im ständigen Krisenmodus. Die Folgen geopolitisch bedeutsamer Ereignisse hinterlassen auch in der Realwirtschaft und an den Finanzmärkten ihre Spuren und wir müssen lernen, damit umzugehen. Dies war die Kernbotschaft des renommierten Experten für internationale Politik, China und Ostasien sowie transatlantische Beziehungen, Eberhard Sandschneider.
Der Ukraine-Krieg ist nur eine von vielen Krisen, die die Welt in den vergangenen Jahren durchgemacht hat. Krisen beschleunigen und überlappen sich zunehmend. In der medialen Hektik wird häufig übersehen, dass im Hintergrund seit Jahren grundlegende Strukturveränderungen in der internationalen Politik ablaufen. „Wir erleben nicht nur eine Zeitenwende, sondern einen epochalen Umbruch“, ist Sandschneider überzeugt. Die Ära des Multilateralismus, die auf Kooperationsbereitschaft und einer regelbasierten Ordnung beruhte, geht zu Ende. Vielmehr sei eine zunehmende Blockbildung von Staaten zu beobachten, eine Zweiteilung der Welt in Ost und West. Der seit Jahren schwelende Machtkampf zwischen den USA und China spielt sich vor allem über die technologische Vorherrschaft ab und wird auch die Zukunft der Weltpolitik bestimmen. Europa spiele dabei nur mehr eine untergeordnete Rolle.

Die geopolitischen Risiken sind vor allem für global tätige Unternehmen eine große Herausforderung, denn damit nehmen Unsicherheit und Instabilität zu. Sie haben Einfluss auf Märkte, Lieferketten, Geschäftsmodelle und Investitionsentscheidungen. Sandschneider: „Unternehmen müssen sich künftig systematisch mit dem Management geopolitischer Risiken auseinandersetzen und Anpassungsstrategien entwickeln.“ Nur so lassen sich die eigene Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit dauernd sichern. Diversifizierung, Risikomanagement, Flexibilität und Resilienz sind laut dem Experten die erfolgsversprechenden Reaktionsmuster.

Auch wenn die letzten Jahre nicht einfach waren und viele Menschen von Zukunftsängsten geplagt werden, bleibt Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt optimistisch: „Die Vergangenheit war nicht besser als die Gegenwart und die Zukunft wird gut sein.“ In seinem Vortrag gab er einen Überblick über die Rahmenbedingungen und Entwicklungen, die unser Leben prägen – heute und morgen. Große Auswirkungen werden laut Reinhardt der demografische Wandel und die Digitalisierung haben. Er zeigte die Chancen und Herausforderungen der Arbeitswelt auf und betonte, wie wichtig Optimismus, Mut und lebenslanges Lernen für die Zukunft sind. Große Hoffnung setzt Reinhardt auf die junge Generation, der man mehr zutrauen sollte.